Pferde-Verordnung

Nun aber mal los, Frau Aigner. Sie haben jetzt allen erklärt, dass Sie und Ihre mangelnde Aufsicht mit den Pferdefleisch-Ingredienzien nichts zu tun haben, dass alle anderen -natürlich- viel Schuld haben, besonders der Handel und wer auch immer.

Jetzt müssen Sie aber aufpassen, dass bei zukünftigen Pferdeergänzungen in anderstierigen Fleischspeisen nicht doch jemand auf die Idee kommt, dass Sie und ihre Fleischbeschauer zumindest eine Mitschuld tragen. Aber in Deutschland und der EU ist doch jedes Übel in den Griff zu bekommen: mit Verordnungen.

So mag der interessierte Verordnungshengst nachlesen:

Die ausschließliche oder teilweise Verwendung von Teilen anderer Tiere als vom Rind (einschließlich Kalb) und Schwein wird in der Verkehrsbezeichnung angegeben, z. B. Hühnerfleischwurst, Hirschsalami, Salami mit 5 % Lammfleisch)7). Bei Wurstwaren, in deren Verkehrsbezeichnung der Begriff „Kalb- “ enthalten ist, bestehen mindestens 15 % des Fleischanteils aus Kalb- und/oder Jungrindfleisch2).

Das findet sich in den:

Leitsätzen für Fleisch und Fleischerzeugnisse

vom 27./28. 11. 1974 (Beilage zum BAnz. Nr. 134 vom 25. 7. 1975, GMBl Nr. 23 S. 489 vom 25. 7. 1975), zuletzt geändert am 08. 01. 2010 (BAnz. Nr. 16 vom 29. 01. 2010, GMBl Nr. 5/6 S. 120 ff vom 04. 02. 2010)

Warum nicht einfach der Zusatz: „Bis zu 1,5% Pferd im Rind interessiert kein Schwein“?, wenn in Kalbswurst 85% anderes Getier enthalten sein dürfen.

BTW: Wird bei Aigner eigentlich auch Pferdeleder verarbeitet?

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Ein schönes Stück gekochte Pferdeschulter.

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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