Die presseeigene Schuldvermutung

Immer wieder sieht man sie, die auf Krawall gebürsteten Reporter von Funk, Fernsehen und Druckerschwärze, wie sie hinter irgendwelchen angeblich Verdächtigen herlaufen und sie bedrängen, an Türen klingeln bis zum Hörsturz und gebetsmühlenartig betonen, sie wollten doch nur ein kurzes Statement zu den Vorwürfen.

Und dann werden die Zusammenhänge so dargestellt, dass die Tatsache, dass auf solche Statements diesen Schmeißfliegen gegenüber verzichtet wird, geschlossen werden muss, dass die Personen NATÜRLICH etwas zu verbergen haben und damit, hier schließt sich der gedankliche Verdauungsprozess, der Schuldvorwurf bestätigt wird.

Dieser Idiotenkreislauf wird dann nur noch überflügelt von so einer vielsagenden Aussage wie:

„Der Verteidiger wollte sich nicht äußern!“

Gibt es eigentlich kein Berufsverbot für berufsmäßige Journalisten-Scharlatane, die nur darauf aus sind, den Abnehmer ihrer Informationen hinter das Licht zu führen und die Unschuldsvermutung in ihr Gegenteil zu verkehren?

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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