Bei der eigenen Brut ist alles anders

Ich wollte ja weghören, aber die Plätze in der Kantine sind eng gestaffelt.

Am Nebentisch unterhalten sich eine Geschäftsstellendame und eine Staatsanwältin aus der Sittichabteilung.

Die Geschäftsstellendame: Ach, meine Enkelin. die erzählt immer Geschichten, die hat eine Fantasie, niedlich, und nichts stimmt davon!

Die Staatsanwältin: Ja, das kenne ich von meiner Tochter!

Oh ja, aber die Zeugin, die nach 15 Jahren über einen angeblichen Missbrauch als 3Jährige berichtet, der wird jedes Wort geglaubt …….

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Bei der eigenen Brut ist alles anders

  1. kj schreibt:

    Wenn die Justiz jede Zeugenaussage als so unzuverlässig beurteilen würde, wie sie in der Realität sind, könnten die Gerichte oftmals nicht zu einer Überzeugung kommen.
    Da behilft man sich mit Floskeln wie der Zeuge zeigt kein Belastungseifer oder Belastungsinteresse, Daher muss das stimmen. Polizisten und Richter sind zwar auch nur Menschen, sie gelten aber als besonders glaubhaft. Der Angeklagte gilt per se als unglaubhaft, weil er ein Interesse hat, zu lügen. Alles Schutzbehauptungen, was natürlich Unsinn ist, weil sich auch ein Unschuldiger mit Behauptungen schützt.
    Dem Opfer wird schon deshalb geglaubt, weil man meint, man würde es weiter verletzten, wenn man ihm nicht blind glaubt.

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