Die Berufung musste sein

Mehrere Angeklagte waren vom Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung verurteilt worden, einer hatte einen Freispruch geerntet.

Einer der verurteilten Angeklagten hatte immer steif und fest bekundet, dass er an der Tat nicht beteiligt war. Deshalb hatte er auch Berufung eingelegt.

Die anderen verurteilten Angeklagten haben immer wieder betont, dass dieser Mitangeklagte und Mitverurteilte tatsächlich nicht anwesend war und dass eine personenverwechselung vorliegt.

Hätten nun die anderen keine Berufung eingelgt, hätten sie als Zeugen in der Berufungsverhandlung wahrheitsgemäß bekunden müssen, dass der mitverurteilte Unschuldige nicht anwesend war. Das hätte man ihnen nicht geglaubt, sie hätten ihr nächstes Verfahren wegen des Verdachtes der uneidlichen Falschaussage, Strafvereitelung etc. an der Backe gehabt.

Deshalb sitzen wir nun in der Berufungshauptverhandlung, schweigen undnlassen das Verfahren an uns vorbeiplätschern.

Vorweihnachtliches Ausschlafen.

Advertisements

Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Die Berufung musste sein

  1. kj schreibt:

    Schön das sie ihr Geld im Schlaf verdienen. Dumm ist es jedenfalls für die zu recht verurteilten Angeklagten, die später die Honorar für Ihre Anwälte der Berufung bezahlen müssen.

  2. RA Anders schreibt:

    Wobei die Berufungsverhandlung günstiger sein dürfte, als das Verfahren wegen Falschaussage.
    Insofern ist das auch für die Verurteilten wirtschaftlich.
    Von den Auswirkungen der weiteren Verurteilungen auf die Vorstrafen ganz zu schweigen.

Kommentare sind geschlossen.