Internet in der Knastzelle?

Das wär wohl was. In Brandenburg soll tatsächlich in der Planung sein, JVA-Insassen den Zugang zum Internet zu ermöglichen.

Wie es hinter den Mauern deutscher Gefängnisse zugeht, das regelt jedes Bundesland für sich. Seit der Föderalismusreform 2006 ist der Strafvollzug Ländersache, was für Strafgefangene ganz unterschiedliche Haftbedingungen bedeuten kann.

Brandenburg könnte bei Gefangenen jedenfalls bald ziemlich beliebt sein. Die Gefangenenzeitung der Justizvollzugsanstalt Brandenburg titelte schon: „Illusion oder demnächst Realität?“ – die Rede ist von Internet in der Zelle.

Der zuständige Referatsleiter im Justizministerium will die Erwartungen nicht allzu hoch schrauben. Erst einmal gehe es um neue Fernsehgeräte für eine der Haftanstalten, sagt Horst Fischer. Aber man überlege, ob nicht gleich Modelle angeschafft würden, die auch verschiedene Internetfunktionen haben. Die Angelegenheit ist heikel: Ordnung und Sicherheit dürfen schließlich nicht gefährdet sein.

Spezielle Computer für die Zelle

Einen Computer für Gefängniszellen gibt es nicht in Elektromärkten zu kaufen. Benötigt werden hochkomplexe Systeme und Programme. „Es dürften nur ausgewählte Seiten zugänglich sein“, sagt Fischer. Sollte man sich für die Internetoption entscheiden, dann bestünden grundsätzlich keine Bedenken bei Onlineportalen von Radio- und Fernsehsendern oder Zeitungen.

Quelle: ARD

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Über rawsiebers

Rechtsanwalt und Fachanwalt für Strafrecht, bundesweit tätig, TOP-RECHTSANWALT Deutschland 2014, 2015 + 2016: STRAFRECHT (Focus-Spezial von 2014, 2015 + 2016)
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Eine Antwort zu Internet in der Knastzelle?

  1. kj schreibt:

    Der Gefangene soll nach der Gesetzeslage vor allem lernen künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen. Dazu gehört heute wohl auch die Benutzung des Internet.
    Welches Sicherheitsrisiko sollte bei demjenigen bestehen, der bereits rechtskräftig verurteilt wurde. Das er per Internet den Ausbruch organisiert? Dann müsste man auch jeden Freigang verbieten.

    Albern finde ich auch das man in einem Knast in Sachsen die Gefangenen formularmässig bei Freigang das Fahren eines Autos verbietet, um die Bevölkerung zu schützen, vor allem wenn der Gefangene nicht wegen Straßenverkehrsdelikte, sondern wegen Betrugs verurteilt wurde.

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